Wer ist R.S.?

Raed Salah

Der Ghandi von Palästina

· Raed Salah wurde 1958 in der palästinensischen Stadt Umm Al-Fahm, in den im Jahr 1948 besetzten Gebieten geboren. Als einer der "48 Palästinenser" (d.h. durch die israelische Besatzung seit 1948 regiert), hält er einen israelischen Reisepass, welcher ihm ermöglichte, sich reibungslos zwischen den besetzten palästinensischen Gebieten zu bewegen, einschließlich Jerusalems, aber ihm auch die Möglichkeit gegeben hat, verschiedene europäische Länder zu besuchen, und sich an Versammlungen der palästinensischen Diaspora und Konferenzen für die Solidarität mit dem palästinensischen Volk und den palästinensischen Bewohnern Jerusalems zu beteiligen.

· Er genießt eine beispielslose Popularität unter der palästinensischen Bevölkerung. Obwohl er mehreren Drohungen seitens der israelischen Beamten und Geheimdiensten der Besatzungsbehörden ausgesetzt war, blieb er einer der gewagtesten palästinensischen Führer in seinem Kampf gegen die Besatzung, was auch mehrmals zu seiner Verhaftung führte. Zusätzlich zu seiner charismatischen Persönlichkeit, ist er für seine engen Beziehungen mit den palästinensischen Bürgern bekannt, zumal für seine bescheidene Weise des Lebens, seiner hohen Moral, seines Charakters und seinem freundlichen Lächeln, das nie sein Gesicht verlässt.

· Er begann seine politische und öffentliche Karriere im Jahr 1989 durch seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt von Umm al-Fahm (unter der israelischen Besatzung seit 1948), als er einen gewaltigen Sieg mit mehr als 70% der Stimmen erlang. Er gewann die Kommunalwahlen zweimal in Folge im Jahr 1993 und 1997. Er beschloss dann im Jahr 2001 freiwillig sein Amt aufzugeben, um sich der Verteidigung des palästinensischen Volkes und der Stadt Jerusalem und ihre Bewohner zu widmen, speziell unter den wachsenden israelischen Drohungen.

· Er leitet die "Islamische Bewegung in Palästina 48" - in den 1948 durch die israelischen Streitkräfte besetzten palästinensischen Gebieten - welche die bekannteste politische Kraft in diesen Gebieten ist. Salah und die Bewegung, welche er führt, lehnten die Kandidatur im israelischen Parlament (Knesset) ab, da er glaubt, dass es keine Möglichkeit zur Beendigung der Besetzung durch das parlamentarische Leben gibt, aufgrund der deutlichen Dominanz von dem Militär, dem Geheimdienst und den extremistischen und rassistischen Kräften in der israelischen politischen Szene.

· Er ist für seine unermüdlichen friedlichen Proteste gegen die israelische Besatzung und ihren andauernden Übertretungen bekannt. Sein Bestehen auf friedliche Protestmittel machte ihn unter dem Namen "Ghandi von Palästina" berühmt. Zusätzlich zu den sozialen Programmen und den humanitären und pädagogischen Projekten, die er bewirkte, startete er im Jahr 1998 die "selbständige Gemeinde" Initiative“, welche die Selbstentwicklung und die wirtschaftliche Unabhängigkeit von der israelischen Besatzung für die 48er Palästinenser ermöglichen soll.

· Er hat wiederholt die Aufmerksamkeit auf die Übertretungen der aufeinanderfolgenden israelischen Regierungen gerichtet, wie unter anderem: Die Nutzung der Friedensabkommen mit der palästinensischen Seite als eine Vorwand für eine durchgehend expansive Politik auf den palästinensischen Gebiete und gegen die palästinensischen Bürger; die ständigen Verstöße gegen die Stadt Jerusalem und ihre Bewohner.

· Im Jahr 2002 hat das israelische Innenministerium einen Ausreiseverbot für Raed Salah angeordnet, der israelische oberste Gerichtshof hat in Folge den Einspruch Salahs abgewiesen, welchen er für die Aufhebung dieser Anordnung stellte.

· Er gehörte zu den ersten, die massive Aufklärung gegen die Politik der israelischen Besatzung in der Stadt Jerusalem geführt haben, vor allem gegen die ständigen Angriffe der israelischen Besetzung auf die islamischen und christlichen Heiligtümer und die Zerstörung von Gräbern und den Eingriff in den historischen Friedhof „Ma `man Allah“.

· Im Jahre 2009 und 2010 hat die israelische Besatzung Raed Salah die Einreise nach Jerusalem per militärischer Anordnung verboten, da er mehrmals in der Lage war, eine Reihe von israelischen Geheimplänen aufzudecken, welche die Durchführung von geheimen weitreichenden Grabungen um die Aksa-Moschee, und die Errichtung eines Tunnelnetzwerks unterhalb der islamischen und christlichen heiligen Stätten und historischen Mauern Jerusalems, beabsichtigten.

· Er führte viele Bewegungen in Solidarität mit den Einwohnern Jerusalems, als Reaktion auf die Aktionen der israelischen Besatzungsbehörden, die darauf abzielten, die Einwohner aus ihren Häusern zu vertreiben, ihre Identitätsnachweise zu beschlagnahmen und ihnen den Aufenthalt in Jerusalem zu verbieten. Er hatte ebenfalls eine direkte Rolle bei der Organisation Buskonvois mit Massen von Menschen aus den 1948 besetzten arabischen Städten und Dörfern, die täglich aus Solidarität in die Altstadt Jerusalems kamen.

· In den letzten Jahren hatte er eine wirkungsvolle Rolle bei der Forderung des Rückkehrrechts für die palästinensischen Flüchtlinge, die durch die israelischen Streitkräfte aus ihren Städten und Dörfern im Jahr 1948 vertrieben wurden. Zu diesem Zweck nahm er an einer Reihe von Treffen und Konferenzen statt, die von den palästinensischen Flüchtlingen in Europa organisiert wurden, um ihr Recht auf Rückkehr nach Palästina zu fordern. Raed Salah ist bekannt für seinen berühmten Ausspruch, den er in dem sechzig-Jahr-Jubiläum der Nakba (1948 Katastrophe) sagte: "kein Rückzug vom Recht auf Rückkehr".

· Im Jahre 2000 eröffneten die israelischen Truppen das Feuer auf ihn und trafen ihn mit einem Schuss im Kopf, worauf er in Lebensgefahr schwebte. Der Vorfall wurde von Beobachtern als ein Attentat versuch betrachtet. Die israelischen Besatzungsbehörden verhafteten ihn mehrmals, die erste Verhaftung war im Jahr 1981. Salah war zwischen 2003 und 2005 wieder in Haft, nachdem die israelischen Behörden ihn zu zwei Jahren Gefängnis verurteilten. Nach seiner Freilassung setzte er seine öffentlichen Aktivitäten und seine Volksbewegung gegen die Besatzung fort. Er wurde mehrmals wegen seinem Beitrag zu den Kundgebungen in Solidarität mit der Stadt Jerusalem und ihrer Bewohner durch die israelischen Besatzungstruppen für eine kurze Zeit verhaftet.